Vuelta Independencia Nacional Republica Dominicana (UCI2.2)

Das Team EmbracetheWorld Cycling konnte in der Dominikanischen Republik insgesamt 10 mal in die Top-20 Platzierungen fahren, darunter auch ein starker 10. & 11. Platz auf der Schlussetappe.

 

Gastfahrer Roland Siegbert hat euch einen kleinen Bericht über die Ereignisse während der acht Etappen geschrieben.

Das Rennen:
die Vuelte Independencia Nacional Republica Dominicana
Ja, es gab leider wenig Nachrichten aus der Dominikanischen Republik und insofern ist es nun Zeit, ein Lebenszeichen in die Heimat zurück zu senden.

Mit der Erwartung, eine typische mittelamerikanische Rundfahrt zu fahren, sind wir hier angetreten und alle waren fit und motiviert. Leider haben wir nicht mit der ausgesprochen chaotischen Organisation gerechnet. Lange Transfers nach den Etappen ließen leider wenig Zeit für Tätigkeiten außerhalb des Radsportzirkus und die geringe Internetverbindung machte uns die Berichterstattung und Bilderübermittlungen sehr schwer.

Die achttägige Rundfahrt bestand aus einem 20 Kilometer langen Teamzeitfahren als Prolog und sieben weiteren Etappen zwischen 100 und 191 Kilometern. Das Teamzeitfahren war eine ideale Möglichkeit des frisch gemischte Team - bestehend aus Leo Mayrhofer, Kevin Vogel, Hans Hutschenreuter, Philipp Becker und mir (Roland Siegbert) - zusammenzubringen. Wir waren sogar so gut, dass wir eine geschlagene halbe Stunde auf den heißen Stühlen verbrachten. Ein guter Start.

Am Folgetag verpasste ich leider die Spitzengruppe, wobei ich 70 Kilometer lang in einer Verfolgergruppe unterwegs war. Die Teamleitung, bestehend aus Micha Glowatzki und Peter Becker, war richtig gut. Die Beine waren sehr gut. Alles lief gut. Dachte ich zumindest.

Bis zur Etappe am Folgetag. Nach 10 Kilometern gab es bei 50km/h einen schweren Massensturz, in welchen ich leider verwickelt war. Zuerst dachte ich, ich bin im Vergleich zu den meisten liegen gebliebenen Fahrern recht gut weggekommen, denn mein Fahrrad hatte kaum Schaden. Dafür ich. Mein linker Unterarm war inkl. einer Vene aufgeschnitten und es gab eine riesen Sauerei an meinem Arm und Lenker. Nachdem ich schon am Lenker klebte, kam auch irgendwann der Vuelta-Arzt. Dort tropfte ich ins Auto und der Arzt überzeugte mich irgendwann stehen zu bleiben und auszusteigen (weil wir auf die Ambulanz warten müssen, da er nichts an Verbandsmaterial im Auto hat. Kein Scherz.), außerdem sei die Verletzung gravierend.

Glücklicherweise war Micha mittlerweile mit dem Teamauto da. Nach meinem ausdrücklichen Wunsch und einem Druckverband später, fuhren mich Peter und Micha wieder ans Feld ran und die Mullbinde füllte sich glücklicherweise nicht zu sehr mit Blut.
Im Ziel war abzuwarten, ob die Rundfahrt für mich gelaufen war. Ein 5cm langes Andenken habe ich definitiv schon einmal beim Sani mit Strips geklebt bekommen. Der Arzt wollte mich ins Krankenhaus bringen. In diesem Land will ich allerdings nicht ins Krankenhaus. Der Sani hatte meines Erachtens mehr drauf als der Arzt. Die Strips im Saniwagen waren am nächsten Tag übrigens alle.

Leider fiel auch Kevin durch einen technischen Defekt an seiner elektronischen Schaltung aus dem Rennen.
Für das andere deutsche Team lief es leider noch schlechter. Sie waren in der vierten Etappe nur noch mit einem Fahrer vertreten.

Die nächsten Etappen wurden schwerer. Für mich ging es weitestgehend ums Überleben, da ich doch recht viel Blut gelassen hatte. Ehrlichgesagt, dachte ich, dass ich in der Bergetappe (die 6.) aussteige, aber irgendwie konnte ich mich doch erholen. Es gelang uns sogar als Team später noch ein paar schöne Ergebnisse einzufahren. Philipp fuhr in der Abschlussetappe, nach einer Vorbereitung durch Hans und mich, einen schönen 10. Platz ein. Hierbei konnte ich hinter ihm noch auf Platz 11 einrollen.

Für Leo und Hans war es die erste Rundfahrt. Und beide haben jene beendet, was ebenfalls ein schönes Ergebnis ist. Puh... ehrlich gesagt, freue ich mich wirklich darauf Heim zu kommen. Auch wenn es in Deutschland sau kalt ist.

Lieber Gruß, Roland

 

-------------------

 

Das Resumé der 8 Etappen: Platz 10, 11, 12, 14, 15, 16, 17, nochmal 17, 19 & 20! Wir müssen dazusagen, dass einige Teams mit 8 Fahrern am Start standen, da es eine späte, kuriose Änderung seitens der Orga gab, die jedoch kaum ein eingeladenes Team mitgeteilt bekommen hat. Dennoch tolle Ergebnisse bei starker Konkurrenz und viele neue Erfahrungen und Eindrücke in fernen Gefilden!

 

Die ausführlichen Ergebnisse gibt es hier, wobei Team-Manager Micha Glowatzki im Zeitfahren zwar (als eingetragener Ersatzfahrer) mit aufgelistet wurde, jedoch nicht an den Start gegangen ist.

 

http://www.procyclingstats.com/race.php?id=163951&c=4

  



Kommentar schreiben

Kommentare: 0